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Arbeitnehmersparzulage

Die Arbeitnehmersparzulage (ANSpZ) ist eine steuerfreie staatliche Zulage, die Arbeitnehmer unter bestimmten Voraussetzungen für die Anlage ihrer vermögenswirksamen Leistungen (siehe Vermögenswirksame Leitungen) erhalten. Ein Anspruch auf die Arbeitnehmersparzulage besteht auch, wenn der Arbeitgeber keine vermögenswirksamen Leistungen zahlt, sondern die Sparleistung aus dem Nettolohn des Arbeitnehmers erbracht wird. Entscheidend ist, dass der Arbeitgeber die VL-Beiträge direkt überweist.
Gesetzliche Grundlage ist das 5. Vermögensbildungsgesetz. Der Arbeitnehmer muss die Arbeitnehmer-Sparzulage im Rahmen der Einkommensteuererklärung bei seinem Finanzamt beantragen.
Zu beachten sind die unterschiedliche Förderung verschiedener Anlageformen und eine Einkommensgrenze. Arbeitnehmer, die Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit beziehen, haben Anspruch auf Arbeitnehmersparzulage, wenn ihr zu versteuerndes Einkommen nicht mehr als 17.900 Euro bei Alleinstehenden und 35.800 Euro bei zusammenveranlagten Ehegatten beträgt. Über die angelegten Vermögenswirksamen Leistungen darf sieben Jahre nicht verfügt werden.
Bei Einzahlung der VL in Sparverträge über Aktien oder Beteiligungen sowie in Wertpapier-Kaufverträge beträgt die Arbeitnehmersparzulage 18% auf maximal 400 Euro jährlich (also max. 72 EUR/Jahr) pro Arbeitnehmer. Bei Einzahlung der VL in Bausparverträge beträgt die Arbeitnehmersparzulage 9 Prozent der vermögenswirksamen Leistungen auf maximal 470 € jährlich (also max. 42,30 EUR/Jahr) pro Arbeitnehmer. Arbeitnehmer dürfen zwei VL-Vertrage abschließen, wenn sie beide Förderungen erhalten wollen, also z.B. einen Aktienfondssparplan und einen Bausparvertrag. Für die Anlage von VL in Banksparplänen oder Kapitallebensversicherungen wird keine Arbeitnehmersparzulage gewährt.

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Anwaltskosten

Die Anwaltskosten sind die Gebühren und Auslagen, die der Rechtsanwalt für seine Tätigkeit vom Mandanten verlangen kann. Welche Gebühren anfallen und wie sie berechnet werden, regelt die Bundesgebührenordnung für Rechtsanwälte (BRAGO). Sie ist Gesetz und für den Rechtsanwalt bindend. Aus wirtschaftlichen Gründen kann jedoch (im Rahmen der so genannten Beratungshilfe oder der Prozesskostenhilfe) auch eine unentgeltliche Inanspruchnahme eines Anwalts in Frage kommen. Auf diese Möglichkeiten muss der Rechtsanwalt seine Mandanten hinweisen.

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Anschlussfinanzierung

Eine Anschlussfinanzierung wird für die Zeit nach Ablauf der Zinsbindung oder für eine Umschuldung innerhalb der Zinsbindung aufgenommen. Häufig wird auch von Prolongation oder Umschuldung gesprochen.

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Annuitätendarlehen

Für ein Annuitätendarlehen sind stets gleichbleibende Jahresraten an Zins- und Tilgungsleistungen, zu zahlen. Die jährliche Belastung, Annuität genannt, setzt sich aus dem für das Darlehen vereinbarten Zinssatz sowie der Darlehenstilgung zusammen. Während der Laufzeit verringert sich der Zinsanteil der Rate, während der Tilgungsanteil steigt. Die Darlehenstilgung erhöht sich jeweils um den geringer werdenden Zinsbetrag.

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Annuität

Die Annuität ist der Betrag, der für Zinsen und Tilgung eines Darlehens regelmäßig (z. B. monatlich) vom Schuldner zu zahlen ist. Dieser Betrag bleibt während der Zinsbindung konstant. Er ist mit einem sinkenden Zins- und wachsenden Tilgungsanteil verbunden, weil durch fortlaufende Tilgung die Zinslast abnimmt.

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Anforderungsprofil

Unter Anforderungsprofil versteht man die Darstellung der Art und Höhe der Anforderungen z. B. an die einzelnen Mitarbeiter in verbaler, tabellarischer oder grafischer Form.

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Änderungskündigung

Eine Änderungskündigung ist die Kündigung eines Dauerschuldverhältnisses (Mietvertrag, Arbeitsverhältnis) allein zu dem Zweck, andere Vertragsbedingungen zu erzielen. Bei der Änderungskündigung wird zugleich der Abschluss eines neuen Vertrages mit anderem Inhalt angeboten. Hierbei sind Bedingungen zulässig, deren Eintritt ausschließlich vom Willen des Kündigungsempfängers abhängt. Auch die Änderungskündigung unterliegt dem Kündigungsschutz sowie dem Wohnraumkündigungsschutz.

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Anderkonto

Ein Anderkonto ist ein Konto, das jemand (z. B. Rechtsanwalt, Notar) im eigenen Namen und mit eigener Verfügungsbefugnis treuhänderisch für einen anderen unterhält (zur Sorgfaltspflicht § 43 V BRAO). Solche Konten sind häufig, z. B. als Bankkonten bei Vermögensverwaltungen.

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AIBD-EFZ-Methode

AIBD ist die Abkürzung für die 1969 gegründete Association of International Bond Dealers. Diese Vereinigung änderte ihren Namen allerdings 1992 in International Securities Market Association (ISMA), um die Entwicklung des Eurobond-Marktes in einen Welt-Effekten-Markt besser zu reflektieren.
Die nach o.g. Vereinigung benannte Effektivzinsmethode setzte sich im internationalen Bankwesen schon seit längerer Zeit durch.
Im Gegensatz zur in Deutschland bis 01.09.2000 gültigen 360-Tage-Methode, die eine jährliche Zinsabrechnung vorschreibt, berechnet die AIBD-Methode den Effektivzins auf Grundlage täglicher Zinskapitalisierung. Fraglich ist, ob die eine Berechnungsart besser als die andere ist, vorausgesetzt, der Effektivzins wird bei den zu vergleichenden Darlehen mit der gleichen Methode ermittelt. Die Unterschiede sind jedenfalls gering.

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Abtretungsverbot

Schuldner und Gläubiger können ein Abtretungsverbot vereinbaren, wonach die Forderung nicht an einen Dritten abgetreten werden darf. Das bringt insbesondere einen Vorteil für den Schuldner. Er “behält” genau jenen Vertragspartner als Gläubiger, den er sich selbst ausgesucht hat.
Liegt ein Abtretungsverbot vor und tritt der Zedent dennoch die Forderung ab, so ist die Abtretung unwirksam. Eine Ausnahme macht § 354 a HGB bei Geldforderungen, wenn Schuldner und Gläubiger Kaufleute sind. Erfolgt trotz des vereinbarten Verbotes eine Abtretung, so ist die Abtretung dennoch wirksam. Der Schuldner kann sich jedoch aussuchen, an wen er leisten will. Diese Ausnahme ist rechtspolitisch begründet, da vor 1997 so viele Forderungen mit einem Abtretungsverbot belegt waren, dass die Geldzirkulation gefährdet war.